Mountainbike Federungssysteme

Mountainbike Federungssysteme
Mountainbike Federungssysteme

Mountainbike Federungssysteme auf einen Blick

  • Zwei Funktionen: Die Feder speichert die Stoßenergie, die Dämpfung wandelt sie in Wärme um. Ohne Dämpfung würde das Rad nach jedem Schlag nachschwingen.
  • Federweg: Downhill 200 mm vorn und hinten, Enduro 170 mm, Trail 140 bis 150 mm, Cross Country 120 mm vorn und 110 mm hinten.
  • Sag: Fox nennt 15 bis 20 % des Federwegs für die Gabel und 25 bis 30 % für den Dämpfer. RockShox nennt einen Prozentwert nur für Stahlfedern und verweist sonst auf die TrailHead-App.
  • Luft oder Stahl: Die Luftfeder ist progressiv, leichter und im Setup flexibler. Die Stahlfeder ist linear, spricht feiner an und braucht für jede Gewichtsklasse eine eigene Feder.
  • Zug- und Druckstufe: Die Zugstufe bremst das Ausfedern, die Druckstufe das Einfedern. Zu wenig Zugstufe lässt das Rad springen, zu viel lässt es bei Schlagfolgen absacken.
  • Hinterbau: Eingelenker, abgestützter Eingelenker, Viergelenker mit Horst-Link, Dual-Link wie VPP, Sechsgelenker und High-Pivot sind die üblichen Bauarten.
  • Service: Fox nennt in der aktuellen Fassung 125 Betriebsstunden oder ein Jahr. RockShox nennt 50 Stunden für den Lower-Leg-Service. Die Angaben unterscheiden sich je nach Modelljahr und Dokument erheblich.
mtb suspension photo

Das Fahrwerk ist das Bauteil am Mountainbike, an dem die meisten Fahrer am wenigsten drehen — und das mit dem größten Einfluss darauf, wie sich das Rad anfühlt. Dieser Beitrag geht die Bauteile und Einstellgrößen der Reihe nach durch: Federweg, Federmedium, Sag, Zug- und Druckstufe, Lockout, Hinterbaukinematik und Serviceintervalle. Jede Zahl in diesem Beitrag ist am Ende unter „Quellen“ belegt. Wo Hersteller unterschiedliche Werte nennen, steht die Spanne mit dem jeweiligen Hersteller dabei.

Feder und Dämpfung: zwei getrennte Funktionen

Ein Federungssystem besteht aus zwei Baugruppen, die verschiedene Aufgaben haben.

Die Feder nimmt die Energie eines Stoßes auf und speichert sie. Sie trägt dein Gewicht und bestimmt, wie weit das Rad unter Last einfedert. Als Federmedium dient entweder eingeschlossene Luft in einer Luftkammer oder eine Stahlschraubenfeder.

Die Dämpfung baut diese Energie wieder ab. In der Dämpferkartusche wird Öl durch Ventile und Bohrungen gedrückt; die dabei entstehende Reibung wandelt Bewegungsenergie in Wärme um. Ohne Dämpfung würde eine Feder nach jedem Schlag nachschwingen und das Rad unkontrollierbar machen. Die Dämpfung wird getrennt für das Einfedern (Druckstufe) und das Ausfedern (Zugstufe) eingestellt.

Hardtail und Fully — die richtigen Begriffe

Im deutschen Sprachgebrauch haben sich zwei Bezeichnungen durchgesetzt, und beide sind eindeutig. Ein Hardtail hat eine Federgabel vorn und einen starren Hinterbau. Ein Fully ist vorn und hinten gefedert und hat zusätzlich einen Dämpfer am Hinterbau. Begriffe wie „Vorderradfederung“ oder „Doppelfederung“ sind in der Fachsprache unüblich und werden hier nicht verwendet. Daneben gibt es das Softtail, dessen Hinterbau ohne Dämpfer allein über die Nachgiebigkeit des Rahmens wenige Zentimeter federt, sowie das vollstarre Rigid ohne Federgabel. Mehr zu diesen Kategorien steht in den Grundlagen des Mountainbikens.

Federweg: wofür welcher

Der Federweg ist der Weg, den Gabel oder Dämpfer vom vollständig ausgefederten bis zum vollständig eingefederten Zustand zurücklegen. Er wird in Millimetern angegeben und ist das Merkmal, an dem sich die MTB-Kategorien am deutlichsten unterscheiden. Mehr Federweg schluckt größere Schläge, bringt aber Gewicht, verlangt einen flacheren Lenkwinkel und macht das Rad bergauf träger.

KategorieFederweg vorn / hintenLenkwinkelTypischer Einsatz
Cross Country120 mm / 110 mm66 bis 67,5°Renneinsatz, lange Anstiege, Marathon
Trail140 bis 150 mm64 bis 64,5°Tourenbetrieb mit Abfahrtsanspruch
Enduro170 mm63° (Canyon Strive CFR, Standardmodus)Abfahrtsrennen mit eigener Auffahrt
Downhill200 mm / 200 mm62,8 bis 63,9°Bikepark, Lift, Renneinsatz bergab

Die Werte für Serienräder decken sich damit. Canyon gibt für das Cross-Country-Modell Lux World Cup CFR 120 mm vorn und 110 mm hinten an, für das Trail-Modell Spectral 150 mm vorn und 140 mm hinten, für das Enduro Strive CFR 170 mm vorn und 160 mm hinten und für das Downhill-Modell Sender CFR Underdog 203 mm vorn und 200 mm hinten bei 63° Lenkwinkel.

Hinweis zur Genauigkeit: Lenkwinkel sind bei modernen Rädern häufig über Steuersatzschalen oder Flip-Chips verstellbar, und mehrere Hersteller geben je nach Rahmengröße unterschiedliche Werte an. Prüfe die Geometrietabelle zu deinem Rahmen in deiner Größe, statt dich auf einen Kategoriewert zu verlassen.

Luftfeder gegen Stahlfeder

Das Federmedium bestimmt die Kennlinie: also den Zusammenhang zwischen zurückgelegtem Federweg und der Kraft, die zum weiteren Einfedern nötig ist.

Cane Creek beschreibt die Stahlfeder als „linear by nature“ — die Federrate bleibt über den gesamten Federweg konstant. Die Luftfeder nennt der Hersteller „progressive by nature“: Weil das eingeschlossene Luftvolumen beim Einfedern komprimiert wird, steigt die nötige Kraft mit zunehmendem Federweg an. Diese Progression lässt sich über Volumenspacer im Luftkammer-Volumen weiter erhöhen.

Beim Ansprechverhalten liegt die Stahlfeder vorn. Cane Creek begründet das mit der geringeren Zahl an Dichtungen im System; der Stahlfederdämpfer sei „more sensitive (easier for it to compress and rebound)“. Der Luftdämpfer hat mehr Dichtungen und dadurch mehr innere Reibung.

MerkmalLuftfederStahlfeder
Kennlinieprogressiv, Kraft steigt zum Ende des Federwegslinear, konstante Federrate
Ansprechverhaltenmehr Dichtungen, höhere Reibungweniger Dichtungen, feineres Ansprechen
Gewicht (Beispiel Fox, Dämpfer im Test von MTB-MAG)Float X2: 656 gDHX2 mit Feder: 896 g
Anpassung an FahrergewichtLuftdruck mit der Dämpferpumpe, stufenloseigene Feder je Federrate, Wechsel nötig
FeinabstimmungVolumenspacer verändern die ProgressionProgression kommt nur aus der Rahmenkinematik
WartungLuftkammer- und Dichtungsservice nach IntervallFeder selbst wartungsfrei, Dämpferkartusche nicht

Was wir nicht belegen konnten: Eine allgemeingültige Gewichtsdifferenz zwischen Luft- und Stahlfederdämpfern gibt es nicht. Die 240 Gramm im obigen Beispiel stammen aus einem Vergleichstest zweier konkreter Fox-Dämpfer und lassen sich nicht auf andere Modelle übertragen — das Federgewicht hängt unmittelbar von der gewählten Federrate ab. Keiner der geprüften Hersteller veröffentlicht eine pauschale Vergleichszahl. Wiege im Zweifel dein Bauteil.

Sag: die wichtigste Einstellung

Der Sag ist der Anteil des Federwegs, der allein unter deinem Gewicht einfedert, wenn du in Fahrposition auf dem Rad stehst. Er ist die Grundeinstellung, von der alles andere abhängt: Ist der Sag falsch, hilft dir keine Dämpfungseinstellung mehr weiter. Der Sinn dahinter: Das Rad muss auch nach unten ausfedern können, um Bodenkontakt in Senken zu halten — nicht nur nach oben einfedern.

HerstellerGabelDämpfer
Fox15 bis 20 % des Federwegs25 bis 30 % des Federwegs
RockShoxnennt einen Prozentwert nur für Stahlfedern; für Luftfedern verweist RockShox auf die modellspezifische Vorgabe über Seriennummer und TrailHead-App

So gehst du vor:

  1. Zieh die volle Fahrmontur an, inklusive Rucksack und Trinkflasche. Der Sag wird mit dem Gewicht eingestellt, mit dem du wirklich fährst.
  2. Öffne den Lockout und stelle die Druckstufen auf die offenste Position.
  3. Schieb den Gummiring am Standrohr beziehungsweise an der Dämpferstange bis an die Abstreifdichtung.
  4. Steig auf, stell dich in Fahrposition auf die Pedale — nicht sitzen — und halte dich an einer Wand fest. Nimm das Gewicht ruhig auf, ohne zu wippen.
  5. Steig ab, ohne das Rad zu belasten, und miss den Weg, den der Ring gewandert ist.
  6. Rechne den gemessenen Weg in Prozent des Gesamtfederwegs um und korrigiere den Luftdruck oder die Federrate, bis der Zielwert stimmt.

RockShox beschreibt genau diese Ringmethode: „Move the red o-ring against the rubber wiper seal. This will indicate how much travel you’ve used during your ride.“ Der Ring taugt damit auch für die Kontrolle im Fahrbetrieb — wenn du nach einer Abfahrt regelmäßig den vollen Federweg nutzt, ohne durchzuschlagen, liegt die Grundabstimmung ungefähr richtig.

Zugstufe und Druckstufe

Zugstufe (Rebound)

Die Zugstufe bremst das Ausfedern. Sie bestimmt, wie schnell die Feder die gespeicherte Energie wieder abgibt. RockShox markiert den Einsteller mit Hase und Schildkröte: Drehen im Uhrzeigersinn „toward the turtle“ erhöht die Zugstufendämpfung und macht das Ausfedern langsamer, gegen den Uhrzeigersinn „toward the jackalope“ wird es schneller.

SymptomUrsacheKorrektur nach RockShox
Das Rad federt nach einem Schlag zu schnell aus, springt und verliert nach Aufsetzern den Bodenkontaktzu wenig Zugstufendämpfungein bis zwei Klicks mehr Zugstufe
Das Fahrwerk sackt bei mehreren Schlägen hintereinander immer tiefer, statt zwischendurch wieder auszufedern („packt zusammen“)zu viel Zugstufendämpfungein bis zwei Klicks weniger Zugstufe

Druckstufe (Compression)

Die Druckstufe bremst das Einfedern. Höherwertige Bauteile trennen sie in zwei Bereiche: Die Low-Speed-Druckstufe (LSC) wirkt bei langsamen Einfederbewegungen — Wiegetritt, Bremsnicken, Kurvenlage. Die High-Speed-Druckstufe (HSC) wirkt bei schnellen Einfederbewegungen, also bei Kanten, Wurzeln und Landungen. Bei RockShox erhöht Drehen im Uhrzeigersinn in Richtung des Pluszeichens die Dämpfung, Drehen gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Minuszeichen verringert sie.

SymptomUrsacheKorrektur
Das Fahrwerk taucht zu schnell in den Federweg ein und fühlt sich haltlos an („unsupportive“)zu wenig DruckstufendämpfungDruckstufe zudrehen
Das Rad wird von Hindernissen abgelenkt, statt sie zu schlucken („deflects off objects“)zu viel DruckstufendämpfungDruckstufe aufdrehen

Wichtige Einschränkung: Die genannten Drehrichtungen und Symbole stammen aus der RockShox-Anleitung. Andere Hersteller kennzeichnen anders — Fox verwendet etwa einen roten Einsteller für die Zugstufe ohne Tiersymbole. Wir haben keine herstellerübergreifend gültige Drehrichtungs-Konvention gefunden. Prüfe die Beschriftung an deinem Bauteil, bevor du drehst, und zähle die Klicks von der geschlossenen Endposition, damit du zurückfindest.

Lockout

Der Lockout ist eine stark erhöhte oder vollständig geschlossene Low-Speed-Druckstufe. Er unterbindet das Einfedern bei langsamen Bewegungen und damit das Wippen im Wiegetritt. Auf Asphaltauffahrten und langen gleichmäßigen Anstiegen bringt das messbar weniger Verlustleistung. RockShox nennt die Funktion an eigenen Gabeln „Threshold“ und weist im Setup-Leitfaden ausdrücklich darauf hin, dass sie vor jeder Abstimmung geöffnet sein muss: „Make sure your Threshold lockout is unlocked (if you have it).“

Drei Punkte in der Praxis: Ein Lockout ist kein starres Sperren — die meisten Systeme haben ein Überdruckventil, das bei einem harten Schlag trotzdem öffnet und das Bauteil schützt. Zweitens gibt es Lockouts als Hebel direkt am Bauteil und als Remote am Lenker; letzteres lohnt sich, wenn du im Anstieg häufig wechselst. Drittens: Bergab gehört der Lockout geöffnet. Vergessene Lockouts sind eine der häufigsten Ursachen für ein Fahrwerk, das „nicht funktioniert“.

Hinterbaukinematiken beim Fully

Beim Fully entscheidet nicht nur der Dämpfer, sondern vor allem die Anlenkung darüber, wie sich das Rad verhält. Zwei Größen fallen dabei immer wieder: Anti-Squat beschreibt, wie stark die Antriebskräfte das Einfedern beim Pedalieren unterdrücken. Anti-Rise beschreibt, wie stark das Bremsen den Hinterbau beeinflusst. Die Bauarten unterscheiden sich darin, wie unabhängig voneinander sich diese Größen auslegen lassen.

Eingelenker

Die einfachste Bauart: Die Schwinge dreht sich um einen einzigen festen Drehpunkt am Hauptrahmen, das Hinterrad läuft auf einer Kreisbahn. Vorteile sind das geringe Gewicht, die wenigen Lager und der geringe Wartungsaufwand. Der Nachteil ist prinzipbedingt — Anti-Squat und Anti-Rise lassen sich nicht unabhängig voneinander beeinflussen, und die Übersetzungskurve ist weitgehend linear, was für Stahlfederdämpfer ungünstig ist.

Abgestützter Eingelenker

Auch „Faux-Bar“ oder linkage-driven single pivot genannt. Die Schwinge bleibt durchgehend, aber der Dämpfer wird über eine zusätzliche Umlenkwippe angelenkt. Damit lässt sich die Übersetzungskurve — also die Progression — verändern, ohne die Radbahn anzutasten. Zusätzlich lässt sich der Dämpfer tiefer im Rahmen unterbringen, was den Schwerpunkt senkt. Der Preis sind mehr Lager und mehr Wartung.

Viergelenker mit Horst-Link

Beim echten Viergelenker sitzt ein Drehpunkt an der Kettenstrebe unterhalb und vor der Hinterradachse — das ist der Horst-Link. Die Hinterradachse ist dadurch nicht mehr starr mit dem Hauptrahmen verbunden, der wirksame Drehpunkt ist ein virtueller Momentanpol, der über den Federweg wandert. Das Ergebnis ist ein deutlich größerer Auslegungsspielraum: Anti-Squat lässt sich hoch, Anti-Rise gleichzeitig niedrig halten, das Bremsverhalten wird neutraler als beim Eingelenker. Specialized hielt auf diese Anordnung bis etwa 2014 ein Patent; heute nutzen sie viele Hersteller.

Dual-Link und Virtual Pivot Point

Ein starres Hinterbaudreieck hängt an zwei kurzen Lenkern. Weil die Lenker kurz sind, wandert der virtuelle Drehpunkt über den Federweg sehr schnell — dadurch lassen sich Kennlinien erzeugen, die mit einem festen Drehpunkt nicht möglich wären. Zwei Varianten sind zu unterscheiden: Bei gegenläufig drehenden Lenkern, wie bei Santa Cruz VPP, erreicht der Anti-Squat sein Maximum in der Mitte des Federwegs. Bei gleichläufig drehenden Lenkern, etwa Giant Maestro, verhält sich das System eher wie ein Eingelenker.

Sechsgelenker und DW-Link

Sechs Drehpunkte, bei denen der Dämpfer über eine eigene Anlenkung separat von der Radführung angesteuert wird. Das erlaubt die feinste Abstimmung von Radbahn, Progression und Anti-Squat unabhängig voneinander. Der Nachteil: Kleine Fertigungstoleranzen wirken sich spürbar aufs Fahrverhalten aus, und die Zahl der Lager steigt weiter. Yeti, Atherton, Commencal und Specialized setzen solche Systeme ein.

Bremsmomentabstützung: ABP und Split Pivot

Bei Treks ABP und Dave Weagles Split Pivot liegt der hintere Drehpunkt konzentrisch zur Hinterradachse, und der Bremssattel sitzt an der Sitzstrebe statt an der Kettenstrebe. Weil sich die Sitzstrebe beim Einfedern weniger um die Bremsscheibe dreht als die Kettenstrebe, sinkt der Anti-Rise deutlich — der Hinterbau bleibt beim Bremsen aktiver.

High-Pivot

Der Hauptdrehpunkt liegt so hoch, dass die Kette über eine Umlenkrolle geführt werden muss. Das Hinterrad weicht beim Einfedern nach hinten aus, was gegen Kanten hilft, und der Pedalrückschlag fällt sehr gering aus. Erkauft wird das mit Reibungsverlusten im Antrieb, einer längeren Kette und einem Hinterbau, der beim Einfedern länger wird.

Was wir nicht belegen konnten: Zu keiner dieser Bauarten gibt es öffentlich zugängliche, vergleichbare Messwerte der Hersteller für Anti-Squat oder Anti-Rise. Die Aussagen oben beschreiben Wirkrichtungen, keine Zahlen. Wer konkrete Kennlinien braucht, findet sie am ehesten in den Kinematik-Diagrammen einzelner Hersteller — vergleichbar sind sie zwischen Marken nicht.

Serviceintervalle nach Herstellerangabe

Hier ist Vorsicht angebracht, denn die Herstellerangaben unterscheiden sich je nach Modelljahr und Dokument erheblich. Die folgende Tabelle gibt wieder, was die jeweiligen Unterlagen tatsächlich sagen — sie ist kein einheitlicher Wert.

QuelleGabelDämpfer
Fox, aktuelle Angabe (Fox Factory Australia)alle 125 Betriebsstunden oder jährlich: kompletter Service mit Dämpfer- und Luftfeder-Überholung, Ölbad und Abstreifernalle 125 Betriebsstunden oder jährlich: kompletter Service mit Dämpferüberholung und Erneuerung der Luftdichtungen
Fox, älteres Handbuch (Tech Center, Manual 011)Luftgabeln alle 100 Stunden oder jährlich: Buchsen prüfen, Tauchrohröl und Float-Fluid wechseln. Stahlfedergabeln 36 VAN und 40: alle 30 Stundenalle 30 Stunden Luftkammerwartung und Buchsenprüfung, alle 100 Stunden oder jährlich Ölservice
RockShox FAQ50 Stunden Lower-Leg-Service; 100 oder 200 Stunden Feder- und Dämpferservice, je nach Modelljahr50 Stunden Air-Can-Service; 100 Stunden bei Monarch, Vivid und Kage; 200 Stunden bei Deluxe und Super Deluxe
RockShox Service-Interval-Übersicht (SRAM-PDF)50 Stunden Lower-Leg-Service; 100 Stunden Feder und Dämpfer bei älteren, 200 Stunden bei neueren Modellen400 Stunden Air-Can-Service; 600 Stunden Dämpfer- und Air-Can-Service

Der Widerspruch ist echt und wir lösen ihn nicht auf: RockShox nennt in der FAQ 50 Betriebsstunden für den Air-Can-Service am Dämpfer, in der eigenen Service-Interval-Übersicht dagegen 400 Stunden. Auch Fox nennt in der älteren Handbuchfassung 30 und 100 Stunden, in der aktuellen Fassung 125 Stunden. Wir haben keine Unterlage gefunden, die diese Angaben zusammenführt. Maßgeblich ist die Unterlage zu deinem konkreten Bauteil und Modelljahr — bei RockShox über die Seriennummer im SRAM Service Center oder in der TrailHead-App, bei Fox über das Handbuch zum Modelljahr.

Einig sind sich beide Hersteller in einem Punkt: Nach jeder Fahrt gehört das Bauteil außen gereinigt, mit milder Seife und Wasser, danach trocken gewischt. Fox warnt ausdrücklich: „Never use a high pressure washer.“ Der Hochdruckreiniger drückt Wasser an den Dichtungen vorbei und ist die schnellste Art, ein Fahrwerk zu ruinieren. Was sonst noch regelmäßig ansteht, steht in der Mountainbike Wartung.

Wo die Einsatzgrenze liegt: EN 17406

Federweg allein sagt nichts darüber, was ein Rahmen aushält. Dafür gibt es die europäische Norm EN 17406 zur Gebrauchsklassifizierung von Fahrrädern. Sie ordnet Fahrräder Nutzungsbedingungen zu und legt für jede Klasse unter anderem eine maximale Absprunghöhe fest. Ein Rad der Klasse 3 ist für gelegentliche Sprünge und Drops bis etwa 60 cm ausgelegt, Klasse 4 deckt steile Abfahrten mit Absprunghöhen bis rund 120 cm ab, Klasse 5 geht darüber hinaus und meint Bikeparkeinsatz.

Einschränkung zur Quelle: Die Norm selbst ist kostenpflichtig und war für diesen Beitrag nicht im Volltext einsehbar. Die Klassenbeschreibungen und Höhen oben stammen aus der öffentlichen Zusammenfassung eines Fahrradhändlers und sind damit nicht die Primärquelle. Verbindlich ist die Klassenangabe, die dein Hersteller für deinen konkreten Rahmen nennt — sie steht in der Betriebsanleitung und entscheidet im Zweifel auch über Garantieansprüche.

Häufige Fragen zu Mountainbike Federungssystemen

Wie viel Sag soll ich einstellen?

Fox nennt 15 bis 20 % des Federwegs für die Gabel und 25 bis 30 % für den Dämpfer. RockShox veröffentlicht einen allgemeinen Prozentwert nur für Stahlfedern und verweist bei Luftfedern auf die modellspezifische Vorgabe über Seriennummer und TrailHead-App. Miss den Sag in voller Fahrmontur, im Stehen auf den Pedalen und mit geöffnetem Lockout.

Woran merke ich, dass die Zugstufe falsch eingestellt ist?

Zu wenig Zugstufe: Das Rad federt nach Schlägen zu schnell aus, springt und verliert den Bodenkontakt. Zu viel Zugstufe: Das Fahrwerk sackt bei mehreren Schlägen hintereinander immer tiefer, statt zwischendurch auszufedern. RockShox empfiehlt, in Schritten von ein bis zwei Klicks zu korrigieren.

Luftfeder oder Stahlfeder — was ist besser?

Es kommt auf den Einsatz an. Die Luftfeder ist progressiv, leichter, stufenlos ans Fahrergewicht anpassbar und über Volumenspacer abstimmbar. Die Stahlfeder ist linear, hat weniger Dichtungen und spricht dadurch feiner an, verlangt aber für jede Gewichtsklasse eine eigene Feder. Für lineare Hinterbauten passt die Luftfeder besser, für stark progressive Kinematiken die Stahlfeder.

Was ist der Unterschied zwischen einem Eingelenker und einem Viergelenker?

Beim Eingelenker ist die Hinterradachse starr mit der Schwinge verbunden, die sich um einen festen Drehpunkt dreht — einfach und wartungsarm, aber Anti-Squat und Anti-Rise lassen sich nicht unabhängig auslegen. Beim Viergelenker sitzt ein zusätzlicher Drehpunkt an der Kettenstrebe vor der Hinterradachse, der Horst-Link. Der wirksame Drehpunkt wandert dadurch über den Federweg, was den Auslegungsspielraum deutlich vergrößert.

Wie oft muss die Federgabel zum Service?

Die Angaben unterscheiden sich stark. Fox nennt in der aktuellen Fassung 125 Betriebsstunden oder ein Jahr für den kompletten Service, in einem älteren Handbuch dagegen 100 Stunden für Luftgabeln und 30 Stunden für die Stahlfedergabeln 36 VAN und 40. RockShox nennt 50 Betriebsstunden für den Lower-Leg-Service und je nach Modelljahr 100 oder 200 Stunden für Feder und Dämpfer. Maßgeblich ist die Unterlage zu deinem Bauteil und Modelljahr.

Wofür ist der Lockout gut und wann brauche ich ihn nicht?

Der Lockout ist eine stark erhöhte oder geschlossene Low-Speed-Druckstufe und unterbindet das Wippen im Wiegetritt. Auf Asphaltauffahrten und langen gleichmäßigen Anstiegen spart er Verlustleistung. Auf technischen Anstiegen brauchst du dagegen Traktion, dort gehört er geöffnet — ebenso bergab. RockShox weist ausdrücklich darauf hin, dass der Lockout vor jeder Fahrwerksabstimmung offen sein muss.

Darf ich mein Fahrwerk mit dem Hochdruckreiniger säubern?

Nein. Fox schreibt ausdrücklich „Never use a high pressure washer“ und verlangt Reinigung mit milder Seife und Wasser nach jeder Fahrt, danach trocken wischen. Der Hochdruckstrahl drückt Wasser an den Dichtungen vorbei ins Bauteil.

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Quellen

Stand der Recherche: September 2026. Herstellerangaben ändern sich mit dem Modelljahr — im Zweifel gilt die Unterlage zu deinem Bauteil.

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