Mountainbike-Helm auf einen Blick
- Die Norm heißt EN 1078. Jeder in der EU verkaufte Fahrradhelm muss eine Baumusterprüfung danach bestehen und trägt dann das CE-Zeichen. Für Kinderhelme gilt zusätzlich EN 1080.
- Gemessen wird der Kopfumfang in Zentimetern, waagerecht knapp über den Ohren und den Augenbrauen. Danach richtet sich die Größe — Hutgrößen helfen dir hier nicht weiter.
- Drei Prüfungen im Laden: ohne Riemen schütteln, den Helm nach vorn und hinten drücken, zwei Finger unters Kinnband. Bestehst du alle drei, passt er.
- Halbschale für Touren und Trail, Fullface bergab. Sobald es in den Bikepark oder auf ruppige Abfahrten geht, schützt nur der Integralhelm auch den Kiefer.
- Nach einem harten Aufprall ist der Helm verbraucht — auch wenn er heil aussieht. Er nimmt die Energie auf, indem sein Material bleibend nachgibt.
- Eine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrende gibt es in Deutschland nicht. Bikeparks und Veranstalter schreiben den Helm trotzdem über ihre Benutzungsordnungen vor.
Der Helm ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, bei dem ein Fehlkauf unmittelbar auf die Gesundheit durchschlägt. Und die häufigsten Fehler sind nicht teuer, sondern banal: die falsche Größe, ein zu locker sitzender Verschluss, ein Helm, der zu weit im Nacken hängt.
Woran du einen geprüften Helm erkennst
Fahrradhelme sind persönliche Schutzausrüstung. In Europa müssen sie eine Baumusterprüfung nach EN 1078 bestehen; das Ergebnis ist die CE-Kennzeichnung. Was dabei geprüft wird, ist konkret: Der Helm muss einen Fall aus rund 1,50 Metern auf eine ebene Fläche und aus rund 1,05 Metern auf eine satteldachförmige Kante überstehen, wobei die auf den Kopf wirkende Beschleunigung 250 g nicht überschreiten darf.
| Kennzeichnung | Wofür |
|---|---|
| EN 1078 | Die Grundnorm für Fahrradhelme in der EU. Ohne sie darf ein Helm hier nicht verkauft werden. |
| EN 1080 | Zusätzliche Anforderungen an Kinderhelme — vor allem ein Verschluss, der sich beim Hängenbleiben löst. |
| NTA 8776 | Für höhere Geschwindigkeiten entwickelt, etwa für S-Pedelecs. |
| ASTM | US-Standards, unter anderem für MTB- und BMX-Helme. Für den Verkauf in der EU kommt die EN 1078 trotzdem dazu. |
Das Etikett mit der Norm klebt innen im Helm. Fehlt es, lass den Helm liegen — unabhängig davon, wie gut er aussieht.
Die Größe ermitteln — und zwar richtig
- Kopfumfang messen. Ein Maßband waagerecht um den Kopf legen: etwa einen Fingerbreit über den Augenbrauen, knapp über den Ohren, hinten über die stärkste Wölbung. In Zentimetern ablesen.
- Größe beim Hersteller nachsehen. Die Größenbereiche unterscheiden sich von Marke zu Marke — ein „M“ ist keine feste Größe. Maßgeblich ist immer die Zentimeterangabe des jeweiligen Herstellers.
- Aufsetzen und das Verstellrad schließen, bis der Helm ohne Kinnband hält.
ℹ️ In diesem Beitrag stand früher eine Umrechnungstabelle auf amerikanische Hutgrößen. Die hilft beim Helmkauf in Europa nicht weiter und ist deshalb entfallen — die Zentimeterangabe des Herstellers ist die einzige, auf die es ankommt.
Die drei Sitzprüfungen

- Der Schütteltest. Kinnband offen, Verstellrad geschlossen, Kopf kräftig nach vorn, hinten und zur Seite bewegen. Der Helm darf sich nicht verschieben.
- Der Kipptest. Mit der flachen Hand den Helm nach hinten und nach vorn drücken. Er darf weder die Stirn freigeben noch über die Augen rutschen. Vorn sitzt die Kante etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen.
- Der Bändertest. Die Seitenbänder bilden unter dem Ohr ein sauberes V. Unter das geschlossene Kinnband passen höchstens zwei Finger.
Dazu: Zwischen Helmschale und Kopf darf kein spürbarer Hohlraum bleiben, und die Helmrückseite darf im Nacken nicht anstoßen, wenn du den Kopf in den Nacken legst — sonst schiebt sie den Helm bei jeder Blickbewegung nach vorn.
Wenn du eine Brille trägst, probiere sie mit auf. Das gilt erst recht für Integralhelme mit Goggle: Der Rahmen muss in die Öffnung passen, ohne zu drücken. Was sonst noch zur Schutzausrüstung gehört, steht in der Ausrüstungsübersicht.
Halbschale oder Fullface?
| Bauform | Wofür | Was du in Kauf nimmst |
|---|---|---|
| Halbschale | Touren, Cross Country, Trail | Kein Schutz für Kiefer und Gesicht |
| Halbschale mit erweitertem Hinterkopfbereich | Trail und Enduro bergauf wie bergab | Etwas schwerer und wärmer |
| Fullface / Integralhelm | Downhill, Bikepark, ruppige Abfahrten | Deutlich schwerer, schlechter belüftet, zum Klettern kaum brauchbar |
Für den Bikepark ist die Frage ohnehin entschieden: Ohne Helm kommst du dort nicht auf den Lift, und viele Betreiber verlangen für die schweren Strecken ausdrücklich den Integralhelm. Was du dort sonst brauchst, steht in der Übersicht der MTB-Disziplinen.
Wann ein Helm ersetzt gehört
Ein Helm schützt, indem er sich verformt. Genau das ist der Mechanismus, den die Prüfung nach EN 1078 misst: Das Material gibt nach und baut die Beschleunigung ab. Diese Verformung ist bleibend — und häufig von außen nicht zu sehen, weil die harte Außenschale unbeschädigt aussieht, während der Schaum darunter bereits zusammengedrückt ist.
- Nach jedem harten Aufprall ersetzen, auch ohne sichtbaren Schaden.
- Keine Lösungsmittel, keine aggressiven Reiniger — sie greifen den Schaum an. Lauwarmes Wasser und milde Seife genügen.
- Nicht im Auto lagern. Hitze setzt dem Material zu.
- Gebrauchte Helme sind ein Risiko, weil du die Vorgeschichte nicht kennst.
Häufige Fragen zum Mountainbike-Helm
Gibt es in Deutschland eine Helmpflicht beim Radfahren?
Für Radfahrende nicht. Anders sieht es bei S-Pedelecs aus: Sie gelten als Kraftfahrzeuge, für sie greift die Helmpflicht des § 21a Abs. 2 StVO. Unabhängig davon verlangen Bikeparks, Rennveranstalter und Fahrtechnikkurse den Helm über ihre eigenen Benutzungs- und Teilnahmebedingungen.
Woran erkenne ich, dass ein Helm geprüft ist?
Am CE-Zeichen und am Verweis auf EN 1078 im Inneren des Helms, meist auf einem Etikett unter dem Polster. Kinderhelme tragen zusätzlich EN 1080. Fehlt die Kennzeichnung, ist der Helm für den Verkauf in der EU nicht zugelassen.
Wie messe ich meine Helmgröße?
Mit einem Maßband waagerecht um den Kopf: einen Fingerbreit über den Augenbrauen, knapp über den Ohren, hinten über die stärkste Wölbung. Den Wert in Zentimetern mit der Größentabelle des jeweiligen Herstellers vergleichen — die Bereiche unterscheiden sich von Marke zu Marke.
Muss ich den Helm nach einem Sturz wegwerfen?
Nach einem harten Aufprall auf den Helm: ja. Er baut die Energie ab, indem sein Material bleibend nachgibt, und das sieht man ihm oft nicht an — die Außenschale kann heil wirken, während der Schaum darunter zusammengedrückt ist. Ein umgefallenes Rad ohne Kopfkontakt ist etwas anderes.
Brauche ich einen Fullface-Helm?
Für Touren und Trailrunden reicht die Halbschale. Sobald du in den Bikepark fährst, Sprünge übst oder auf ruppigen Abfahrten unterwegs bist, schützt nur der Integralhelm auch Kiefer und Gesicht. Viele Parkbetreiber verlangen ihn auf den schweren Strecken ohnehin.
Was bringen mehr Belüftungsöffnungen?
Kühlung — vor allem bergauf und im Sommer. Sie gehen aber zulasten der geschlossenen Fläche und des Gewichts an anderer Stelle. Die Belüftung ist ein Komfortkriterium; über die Sicherheit entscheidet die Passform, nicht die Zahl der Öffnungen.
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Die richtige Mountainbike-Ausrüstung — die Übersicht, in die der Helm gehört. Dazu Mountainbike-Schuhe, Ausrüstung für eine Tagestour und Grundlagen des Mountainbikens.
Quellen
- Deutsche Verkehrswacht, Prüfnormen für Fahrradhelme — Baumusterprüfung nach EN 1078 bzw. EN 1080, Fallhöhen 1,50 m und 1,05 m, Grenzwert 250 g
- ABUS, Fahrradhelm — Normen und Standards — EN 1078, EN 1080, NTA 8776, ASTM
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